Bad chemisch entrosten: erster Versuch mit RostIO Gel

Im Bad der Motormausel bin ich mit der rein mechanischen Entrostung an eine Grenze gekommen. Die Stahlflächen sind verwinkelt, teilweise schwer erreichbar und weisen viele kleine Roststellen und Poren auf. Schleifen allein hätte hier viel Zeit gekostet und nicht jede Vertiefung zuverlässig erreicht. Deshalb habe ich einen ersten Versuch mit chemischer Entrostung gemacht.

Verwendet habe ich RostIO Gel. Vor dem Auftrag wurden lose Farbe, Rost und Schmutz so weit wie möglich mechanisch entfernt. Anschließend ließ sich das Gel mit einem Pinsel auf die betroffenen Stahlflächen verteilen. Durch die gelartige Konsistenz bleibt das Mittel auch auf schrägen und senkrechten Bereichen liegen und kann in die unregelmäßige Oberfläche einwirken.

Wichtig ist die richtige Erwartung: Ein sogenannter Rostumwandler macht aus geschädigtem Material keinen gesunden Stahl. Mein Ziel war deshalb, verbliebenen Rost zu lösen und auch die tieferen Poren der Oberfläche zu erreichen. Die Fotos dokumentieren den Zustand der Flächen, den Auftrag des Gels und die behandelten Bereiche im Bad.

Nach der vorgesehenen Einwirkzeit muss das Gel mit Wasser abgewaschen werden. Genau dieser Schritt ist in der Bilge problematisch, weil das Wasser dort nicht einfach ablaufen kann und sofort wieder Feuchtigkeit an das blanke Metall bringt. Für frei zugängliche Flächen, etwa an einem Fahrzeugunterboden, ist das unkomplizierter. Im Bootsinneren müssen Wasser und Rückstände dagegen vollständig aufgenommen und die Stahlflächen anschließend gründlich getrocknet werden, bevor der weitere Korrosionsschutz aufgebaut werden kann.

Stellen am Rumpf ausbessern

Aussen am Rumpf waren ein paar Stellen, an denen der Lack auch etwas abging. Hier habe ich auch wieder schön Nitrofest in Schwarz drüber gepinselt. Das ganze wird keinen Schönheitspreis gewinnen, aber erstmal geht es mir darum, den Zustand zu erhalten, bzw. das ding wieder zum Schwimmen zu bekommen. Schön machen kann man es dann später nochmal irgendwann, wenn man zeit und lust dazu hat…
Und noch eine weitere Schicht Nitrofest in der Kammer Achtern.

Holzpflock aus dem Stahlrumpf herausgezogen

Bei den Arbeiten am Stahlrumpf fiel mir eine Stelle auf, an der es beim Einsatz der CSD-Scheibe plötzlich deutlich nach Holz roch. Das passte überhaupt nicht zu der erwarteten Konstruktion und war ein guter Grund, den Bereich genauer zu untersuchen.

Tatsächlich steckte in der Öffnung kein Metallteil, sondern ein Stück Holz. Um den Einsatz greifen zu können, habe ich eine Schraube in das Holz gedreht. An dieser Schraube ließ sich das Stück anschließend mit einer Zange aus dem Rumpf herausziehen. Der Fund bestätigte den ersten Eindruck: Es handelte sich wirklich um einen länglichen Holzpflock, der in Form und Durchmesser beinahe an ein Stück Besenstiel erinnerte.

Das Foto zeigt den herausgezogenen Pflock mit der eingedrehten Schraube. Die dunkle Oberfläche und die unregelmäßigen Enden machen deutlich, dass das Holz längere Zeit in der Öffnung gesessen hatte.

Warum an einem Stahlschiff auf diese Weise mit Holz gearbeitet wurde, lässt sich im Nachhinein nicht sicher feststellen. Als dauerhafte Lösung ist ein solcher Einsatz jedenfalls nicht überzeugend. Entscheidend war deshalb zunächst, den Fremdkörper vollständig zu entfernen und die betreffende Stelle freizulegen. Erst danach kann der Zustand des umgebenden Stahls beurteilt und eine zum Rumpf passende Reparatur geplant werden.